ADHS

Die Störung wird meistens vererbt; sie hat deshalb im Kern primär wenig mit äusseren Einflüssen zu tun. Später prägen ungünstige Umstände, soziale Faktoren, Traumatisierungen sowie begleitende andere psychische Störungen die Entwicklung und das Befinden wesentlich mit. Oft liegen dann bei Erwachsenen zusätzlich andere psychische behandlungsbedürftige Störungen vor.

Mit einer Betroffenheit von ca 6% bei Kindern und immerhin noch 3% bei Erwachsenen gehört sie zu den häufigsten psychischen Störungsbildern.

Wir können in Ansätzen die kritische Haltung, dass die Problematik sich durch gewisse Entwicklungen unserer Leistungsgesellschaft verschärft hat, unterstützen, jedoch nützt diese Erkenntnis dem Betroffenen kaum; er muss als Einzelner bestehen können.

Die manchmal unsachliche Diskussion über das oft thematisierte Ritalin finden wir nicht hilfreich und sie kann ausserdem Betroffene stigmatisieren.

ADHS hat zweifellos seine positiven und kreativen Seiten, seine lebendigen und farbigen, seine unkonventionellen, originellen und genialen Aspekte, die durchaus eine Bereicherung darstellen können. Das zu generalisieren wäre jedoch eine romantische Verklärung, der Alltag sieht bei den betroffenen Menschen meist anders aus und der Leidensdruck in den verschiedensten Lebensbereichen ist oft hoch.