ADHS

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ADHS ist einer unserer Schwerpunkte geworden. 
ADHS ist aus unserer Sicht eine organische, neurobiologisch begründete Funktionsstörung, die mit der Selbststeuerung des Individuums auf vielen Ebenen zu tun hat. ADHS wurde durch den Arzt Alexander Critchton bereits 1798 beschrieben.

ADHS

Die Störung wird meistens vererbt; sie hat deshalb im Kern primär wenig mit äusseren Einflüssen zu tun. Später prägen ungünstige Umstände, soziale Faktoren, Traumatisierungen sowie begleitende andere psychische Störungen die Entwicklung und das Befinden wesentlich mit. Oft liegen dann bei Erwachsenen zusätzlich andere psychische behandlungsbedürftige Störungen vor.

Mit einer Betroffenheit von ca 6% bei Kindern und immerhin noch 3% bei Erwachsenen gehört sie zu den häufigsten psychischen Störungsbildern.

Wir können in Ansätzen die kritische Haltung, dass die Problematik sich durch gewisse Entwicklungen unserer Leistungsgesellschaft verschärft hat, unterstützen, jedoch nützt diese Erkenntnis dem Betroffenen kaum; er muss als Einzelner bestehen können.

Die manchmal unsachliche Diskussion über das oft thematisierte Ritalin finden wir nicht hilfreich und sie kann ausserdem Betroffene stigmatisieren.

ADHS hat zweifellos seine positiven und kreativen Seiten, seine lebendigen und farbigen, seine unkonventionellen, originellen und genialen Aspekte, die durchaus eine Bereicherung darstellen können. Das zu generalisieren wäre jedoch eine romantische Verklärung, der Alltag sieht bei den betroffenen Menschen meist anders aus und der Leidensdruck in den verschiedensten Lebensbereichen ist oft hoch.

Unser Vorgehen

Wir führen in der Regel eingangs eine umfangreiche psychologische Abklärung durch, die gegebenenfalls auch eine neuropsychologische Diagnostik beinhaltet. Wenn möglich werden Bezugspersonen in den Ablauf einbezogen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in einem umfassenden Bericht festgehalten.

Bei positivem Befund führen wir anschliessend bei Bedarf eine entsprechende Behandlung durch.
Diese umfasst gemäss aktuell geltenden Internationalen und Europäischen Leitlinien bei klarer Indikation eine medikamentöse Therapie, wobei hier verschiedene Substanzen in Frage kommen.

Oftmals reicht jedoch eine rein medikamentöse Therapie nicht aus. In diesen Fällen bewährt sich eine multimodale Behandlung unter Einbezug einer Psychotherapie bei ADHS.

Psychotherapie bei ADHS

Ein Schwerpunkt unserer Praxis liegt in der Diagnostik und Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Störungen mit oder ohne Hyperaktivität im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Die Psychotherapie bei ADHS ist ebenfalls evidenzbasiert, d.h. sie richtet sich nach den aktuellen Ergebnissen der Therapieforschung. Sie ist vorwiegend kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientiert und umfasst folgende Interventions- und Zielbereiche:

  • Aufbau einer tragfähigen und unterstützenden Therapiebeziehung
  • Psychoedukation, möglichst auch unter Einbezug von Angehörigen/PartnerInnen
  • Klar strukturierte, kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Arbeit an eng umschriebenen Problembereichen/Zielen, welche bei ADHS-Betroffenen in einzelnen oder mehreren Alltagsbereichen gehäuft auftreten. Häufig werden auch Elemente des Coaching-Ansatzes angewendet.


Es handelt sich hauptsächlich um die folgenden Bereiche: 

  • Aufmerksamkeitsstörungen in verschiedenen Alltagsbereichen
  • Hyperaktivität im Erleben und Verhalten (motorisch und/oder innere Unruhe)
  • Impulsivität im Handeln
  • Desorganisation im Alltag
  • Stimmungsschwankungen
  • Mangelnde Affektkontrolle / emotionale Überreagibilität